Oma trug Polyester, Mama trug Baumwolle und was trägst DU ?
Als modebewusste Frau werden Sie mit Sicherheit die Blicke Ihrer Mitmenschen auf sich ziehen und Farben wie Aquamarin, Aquamarin und Fuchsia sofort definieren können. Sie werden bestimmt auch erklären können, dass Fischgräten und Hahnentrittmuster nicht nur in der Tier- und Pflanzenwelt zu finden sind.
Sind Sie jedoch sachkundig genug, um die Fasern, aus denen Ihre Lieblingskleidungsstücke hergestellt sind, in wenigen Worten zu beschreiben?
Oder unterscheiden Sie vielleicht nur zwischen dünnem Baumwollbatist und dicker Wolle und kennen synthetische und künstliche Materialien nur so, wie Sie es von Ihrer Mutter oder Großmutter gehört haben – dass sie nicht atmungsaktiv sind und man sie besser meiden sollte?
Bekleidungsmaterialien sind gar nicht so schwer zu klassifizieren.
Grundsätzlich unterscheidet die faszinierende Welt der Bekleidungsmaterialien drei Fasertypen, aus denen unsere Lieblingsstoffe und Strickwaren hergestellt werden:
- natürlich – d.h. pflanzlichen oder tierischen Ursprungs (z.B. Leinen, Baumwolle, Wolle, Seide),
- künstlich – gewonnen durch chemische Verarbeitung von Holzzellulose (z. B. Viskose, Lyocell, Modal),
- und auch synthetisch – von Anfang bis Ende von Menschen hergestellt, gewonnen durch die Polymerisation von Erdöl oder Kohle (z. B. Polyester, Polyamid, Acryl, Elasthan).
Der Markt bietet derzeit eine große Auswahl an Kleidungsstücken aus Monomaterial und Mischfasern. Dies beeinflusst die funktionellen Eigenschaften von Stoffen und Strickwaren, beispielsweise die Knitteranfälligkeit, die Elastizität oder einfach den Preis. Beim Kauf neuer Kleidung lohnt es sich, die Materialzusammensetzung zu überprüfen und zu bedenken, dass Kleidung aus Zellulosefasern, also pflanzlichen Fasern, am besten für uns und die Umwelt geeignet ist.
Bio-Baumwolle, Lyocell oder Viskose?
Die aktuell vorherrschenden umweltfreundlichen Trends haben auch einen erheblichen Einfluss auf die Bekleidungsindustrie. Verbraucher kaufen Kleidung immer bewusster und bevorzugen solche aus natürlichen, pflanzlichen Materialien. Daher finden sich in neuen Kollektionen häufig Stoffe und Strickwaren aus Bio-Baumwolle, Viskose oder Lyocell. Diese Entscheidung der Designer ist kaum verwunderlich, da sie in vielerlei Hinsicht die beste Lösung darstellt.
Bio-Baumwolle
Obwohl Baumwolle seit Jahrtausenden weltweit angebaut wird, intensivierte sich ihre Produktion erst im 18. Jahrhundert mit der Industriellen Revolution in England. Die steigende Nachfrage nach Baumwolle führte dazu, dass Anbau, Ernte und Verarbeitung zu den umweltschädlichsten Prozessen zählen. Aktuelle Modetrends setzen jedoch zunehmend auf Bio-Baumwolle, die mit möglichst wenigen Schadstoffen produziert wird.
Baumwollkleidung zeichnet sich im Allgemeinen durch eine sehr gute Luftdurchlässigkeit und Feuchtigkeitsaufnahme aus, während Strick- und Webwaren im Frühling und Sommer für hohen Tragekomfort sorgen. Baumwollstrickwaren werden häufig für Unterwäsche und Sportbekleidung verwendet, während Webwaren neben Bekleidung auch für Gebrauchstextilien zum Einsatz kommen.
Viskose
Diese Faser wird durch die chemische Verarbeitung von Zellulose gewonnen und gilt daher als künstlich. Aus diesem Grund wird sie von Laien manchmal fälschlicherweise als unnatürlich wahrgenommen. Die kommerzielle Viskoseproduktion begann Anfang des 20. Jahrhunderts, und das Material, auch als „Kunstseide“ bekannt, wurde für seine funktionalen Eigenschaften geschätzt. Viskose fühlt sich angenehm an, fällt weich, ist luftig und leicht und eignet sich wie Baumwolle ideal für wärmere Jahreszeiten.
Lyocell
Lyocell, auch bekannt als Tencel, gehört wie Viskose zur selben Faserkategorie. Es wird ebenfalls aus Zellstoff gewonnen und ist bei Designern, die sich für nachhaltige Mode einsetzen, sehr beliebt. Lyocell wurde 1972 entwickelt und ist im Vergleich zu Viskose und Baumwolle die am wenigsten etablierte Faser auf dem Markt. Sie findet breite Anwendung in der Bekleidungs- und Textilproduktion.
Deine Kleidung, Deine bewusste Entscheidung
Obwohl die Textilindustrie noch vor wenigen Jahrzehnten von synthetischen Fasern dominiert wurde, haben Sie heute beim Kleiderkauf eine viel größere Auswahl. Natürliche, organische Materialien, aus denen Kleidung hergestellt wird, sind nicht nur angenehm und bequem zu tragen, sondern schonen auch die Umwelt. Wenn Sie Ihre Garderobe erweitern, treffen Sie Ihre Wahl daher mit Bedacht und denken Sie dabei sowohl an sich selbst als auch an die Umwelt.